Wednesday, November 21, 2012

Wer hat uns unsere Kultur geraubt?


Wer hat uns unsere Kultur geraubt?

Der folgende Artikel ist ein Auszug aus dem Buch „The Culture-wise Family: Upholding Christian Values in a Mass Media World.“ der Autoren Dr. Ted Baehr und Pat Boone, das 2007 auf Englisch in den Vereinigten Staaten erschienen ist. Der Unterhaltungsexperte Dr. Ted Baehr und der legendäre Musiker Pat Boone ermuntern in diesem Buch die Menschen, weise Entscheidungen für sich selbst und ihre Familien zu treffen, um ihre Kinder von den vergifteten Botschaften der heutigen Massenkultur zu beschützen.
Der Artikel, geschrieben von dem herausragenden Historiker Williams S. Lind, stellt das Kapitel 10 des oben genannten Buches dar.
Irgendwann während des letzten halben Jahrhunderts hat uns jemand unsere Kultur geraubt. Vor gerade einmal 50 Jahren, in den 1950ern, war Amerika ein großartiger Ort. Es war sicher. Es war anständig. Kinder erhielten eine gute Erziehung an öffentlichen Schulen. Auch Arbeiter brachten Mittelklasse-Einkommen nach Hause, sodass Mütter zuhause bei ihren Kindern bleiben konnten. Fernsehshows spiegelten gesunde, traditionelle Werte wider.
Wo ist das alles hin? Wie wurde Amerika zu diesem heruntergekommenen, dekadenten Ort, an dem wir heute leben – so anders, dass diejenigen, die vor den 1960ern aufwuchsen, das Gefühl haben, es sei ein fremdes Land? Ist das einfach „passiert“?
Es ist nicht einfach „passiert“. Tatsächlich wurde einer vorsätzlichen Agenda gefolgt, um uns unsere Kultur zu rauben und durch eine neue und von der bisherigen sehr verschiedene Kultur zu ersetzen. Die Hintergründe, wie und warum dies so kam, stellen einen der wichtigsten Teile der nationalen Geschichte Amerikas dar – und es sind Hintergründe, die fast niemand kennt. Die Leute, die hinter diesem Wandel stehen, wollten es so.
Was passiert ist, ist kurz gesagt, dass Amerikas traditionelle Kultur, die über Generationen aus unseren judeo-christlichen Wurzeln gewachsen ist, von einer bestimmten Ideologie weggeschwemmt wurde. Wir kennen diese Ideologie am ehesten unter der Bezeichnung „Politische Korrektheit“ oder „Multi-Kulturalismus“. Tatsächlich ist es kultureller Marxismus, ein von den Begriffen der Ökonomie in diejenigen der Kultur übersetzter Marxismus. Die einschlägigen Bemühungen gehen nicht erst auf die 1960er, sondern schon auf den ersten Weltkrieg zurück. So unglaublich das klingen mag: genau als der alte ökonomische Marxismus der Sowjetunion seinen Ausklang fand, wurde ein neuer, kultureller Marxismus die vorherrschende Ideologie der Eliten Amerikas. Das Ziel Nr. 1 dieses kulturellen Marxismus war seit seiner Erschaffung die Zerstörung der westlichen Kultur und der christlichen Religion.
Um einen Umstand zu verstehen, ist es immer wichtig, seine Geschichte zu kennen. Um zu verstehen, wer uns unsere Kultur geraubt hat, müssen wir einen Blick auf die Geschichte der „Politischen Korrektheit“ werfen.

Frühe Marxistische Theorie

Vor dem ersten Weltkrieg besagte die Marxistische Theorie, dass, wenn in Europa jemals ein Krieg ausbräche, die Arbeiterklasse in jedem europäischen Land revoltieren, ihre jeweilige Regierung stürzen und ein neues, kommunistisches Europa schaffen würde. Aber als im Sommer 1914 tatsächlich der Krieg ausbrach, trat dies nicht ein. Stattdessen standen die Arbeiter in jedem europäischen Land zu Millionen Schlange, um die Feinde ihres jeweiligen Landes zu bekämpfen. Erst 1917 schließlich kam es zu einer kommunistischen Revolution, in Russland. Aber die Versuche, diese Revolution in andere Länder zu exportieren, schlugen fehl, da die Arbeiter sie nicht unterstützten.
Nachdem der Weltkrieg 1918 beendet war, mussten sich die marxistischen Theoretiker die Frage stellen: Was war schiefgegangen? Als gute Marxisten konnten sie nicht zugeben, dass die marxistische Theorie falsch war. Stattdessen kamen zwei führende marxistische Intellektuelle, Antonio Gramsci in Italien und Georg Lukacs in Ungarn (Lukacs wurde als der brillanteste marxistische Denker seit Marx selbst betrachtet) unabhängig voneinander zu derselben Antwort. Sie sagten, die westliche Kultur und christliche Religion hätten die Arbeiterklasse so sehr gegenüber ihren wahren, marxistischen Klasseninteressen erblinden lassen, dass eine kommunistische Revolution im Westen unmöglich sei, solange nicht beide zerstört seien. Dieses Ziel, das von Anfang an als das Ziel des kulturellen Marxismus etabliert wurde, hat sich seither nie geändert.

Eine neue Strategie

Bekanntlich formulierte Gramsci eine Strategie zur Zerstörung des Christentums und der westlichen Kultur, eine Strategie, die sich als nur allzu erfolgreich erweisen sollte. Anstatt wie in Russland zuerst zu einer kommunistischen Revolution aufzurufen, sagte er, dass die Marxisten im Westen die politische Macht zuletzt ergreifen sollten, nach einem „langen Marsch durch die Institutionen“ – durch die Schulen, Medien, ja sogar die Kirchen; jede Institution, die die Kultur beeinflussen konnte. Es ist dieser „lange Marsch durch die Institutionen“, den Amerika seit Jahrzehnten erlebt, besonders seit den 1960ern. Glücklicherweise erkannte Mussolini die Gefahr, die von Gramsci ausging, und steckte ihn ins Gefängnis. Sein Einfluss blieb bis in die 1960er Jahre klein, bis schließlich seine Arbeiten, besonders die „Gefängnishefte“, wiederentdeckt wurden.
Georg Lukacs erwies sich als noch einflussreicher. 1918 wurde er stellvertretender Volkskommissar für Kultur und Unterrichtswesen in der kurzlebigen bolschewistischen Diktatur Bela Kuns in Ungarn.
Als solcher fragte er: „Wer wird uns vor der westlichen Zivilisation retten?“ und gründete den von ihm so bezeichneten „Kulturterrorismus“. Eine der Hauptkomponenten des Kulturterrorismus war die Einführung von Sexualerziehung an ungarischen Schulen. Lukacs erkannte, dass, wenn er die traditionelle Sexualmoral des Landes zerstören könnte, ein riesiger Schritt vorwärts in Richtung der Zerstörung der traditionellen Kultur und des christlichen Glaubens getan wäre.
Weit davon entfernt, sich um Lukacs‘ „Kulturterrorismus“ zu scharen, war die ungarische Arbeiterklasse so entrüstet, dass sie, als rumänische Truppen in Ungarn einfielen, sich weigerte, für die Bela-Kun-Diktatur zu kämpfen, und das Regime wurde gestürzt. Lukacs tauchte unter, aber nicht für lange. 1923 tauchte er auf einer „Marxistischen Studienwoche“ in Deutschland wieder auf, einem Programm, das von einem jungen Marxisten namens Felix Weil finanziert war, der Millionen geerbt hatte. Weil und die anderen, die diese Studienwoche besuchten, waren fasziniert von Lukacs‘ kultureller Perspektive im Marxismus.

Die Frankfurter Schule

Weil reagierte, indem er einiges von seinem Geld darauf verwendete, eine neue Denkfabrik an der Universität Frankfurt zu gründen. Zuerst war als Bezeichnung „Institut für Marxismus“ vorgesehen. Aber die Kulturmarxisten hatten verstanden, dass sie weitaus effektiver sein konnten, wenn sie ihre wahre Natur und Ziele im Verborgenen ließen. Sie überzeugten Weil, dem neuen Institut einen neutral klingenden Namen zu geben: „Institut für Sozialforschung“. Bald einfach als „Frankfurter Schule“ bekannt, wurde das Institut für Sozialforschung der Ort, an dem „Politische Korrektheit“, wie wir sie heute kennen, entwickelt wurde.
Die grundsätzliche Antwort auf die Frage: „Wer hat uns unsere Kultur geraubt?“ ist daher: Die Marxisten der Frankfurter Schule.
Zunächst arbeitete das Institut vornehmlich an konventionellen marxistischen Themen wie etwa der Arbeiterbewegung. Aber 1930 veränderte sich dies dramatisch. In jenem Jahr wurde das Institut von einem neuen Direktor übernommen, einem brillanten jungen marxistischen Intellektuellen namens Max Horkheimer. Horkheimer war stark beeinflusst von Georg Lukacs. Er machte sich augenblicklich daran, die Frankfurter Schule zu dem zentralen Ort zu machen, wo Lukacs‘ Pionierarbeit über den Kulturmarxismus zu einer vollständigen Ideologie entwickelt werden konnte.
Zu diesem Zweck brachte er einige neue Mitglieder an die Frankfurter Schule. Vielleicht der wichtigste von ihnen war Theodor Adorno, der Horkheimers kreativster Mitarbeiter werden sollte. Weitere Mitglieder waren zwei Psychologen, Erich Fromm und Wilhelm Reich, die bekannte Befürworter des Feminismus und des Matriarchats waren, und ein junger Doktorand namens Herbert Marcuse.

Fortschritte im Kulturmarxismus

Mithilfe dieser Blutauffrischung machte Horkheimer drei große Fortschritte in der Entfaltung des Kulturmarxismus. Erstens brach er mit Marx’ Ansicht, dass Kultur lediglich Teil des gesellschaftlichen Überbaus sei, der durch bloß ökonomische Faktoren bestimmt sei. Im Gegenteil: Er postulierte, dass Kultur ein unabhängiger und sehr bedeutender Faktor in der Ausprägung von Gesellschaften sei.
Zweitens, wieder im Gegensatz zu Marx, kündigte er an, dass die Arbeiterklasse künftig nicht mehr als Träger der Revolution fungieren werde. Er ließ allerdings die Frage offen, wer diese Rolle dann spielen würde –eine Frage, die schließlich Marcuse in den 1950ern beantwortete.
Drittens beschlossen Horkheimer und die anderen Mitglieder der Frankfurter Schule, dass der Schlüssel zur Zerstörung der westlichen Kultur die Symbiose von Marx mit Freud sein würde. Sie argumentierten, dass genau so, wie Arbeiter im Kapitalismus unterdrückt seien, in der westlichen Kultur jeder Mensch in einem permanenten Zustand psychologischer Unterdrückung lebe. Die „Befreiung“ Aller von dieser Repression wurde zu einem der Hauptziele des Kulturmarxismus. Wichtiger noch, sie erkannten, dass die Psychologie ihnen ein weitaus machtvolleres Werkzeug als die Philosophie in die Hand gab, um die westliche Kultur zu zerstören: Psychologische Konditionierung.
Wenn heute die Kulturmarxisten Hollywoods etwas wie Homosexualität „normalisieren“ wollen (um uns so von der „Unterdrückung“ zu „befreien“), produzieren sie eine Fernsehshow nach der anderen, in der jeweils der einzige offenbar normale weiße Mann ein Homosexueller ist. So funktioniert psychologische Konditionierung: Die Menschen lernen die Lektionen, die die Kulturmarxisten ihnen beibringen wollen, ohne überhaupt zu wissen, dass sie lernen.
Die Frankfurter Schule war auf ihrem Weg, die Ideologie der Politischen Korrektheit zu erschaffen, weit gekommen. Dann, plötzlich, kam das Schicksal dazwischen. 1933 kamen Adolf Hitler und die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht. Da die Frankfurter Schule marxistisch war und die Nazis den Marxismus verabscheuten, und da fast alle führenden Mitglieder der Frankfurter Schule Juden waren, entschlossen sie sich, Deutschland zu verlassen. 1934 wurde die Frankfurter Schule mitsamt ihren führenden Mitgliedern aus Deutschland mit der Hilfe der Columbia University nach New York City umgesiedelt.
Es dauerte nicht lange, und ihr Fokus richtete sich von der Zerstörung der traditionellen westlichen Kultur in Deutschland darauf, dasselbe in den USA zu tun. Sie sollte sich damit als nur zu erfolgreich erweisen.

Neue Entwicklungen

Die von der amerikanischen Gastfreundschaft profitierende Frankfurter Schule nahm bald ihre intellektuelle Arbeit am Kulturmarxismus wieder auf. Zu ihren früheren, bereits in Deutschland geschaffenen Errungenschaften kamen nun diese neuen Entwicklungen hinzu:
* Critical Theory
Um ihren Zweck der Vernichtung der westlichen Kultur zu verfolgen, entwickelte die Frankfurter Schule ein mächtiges Werkzeug, das sie „Kritische Theorie“ nannte. Was war diese Theorie? Die Theorie war, zu kritisieren. Indem sie sämtliche traditionellen Institutionen, angefangen mit der Familie, endloser, unablässiger Kritik unterwarfen (indessen achtete die Frankfurter Schule darauf, nie zu definieren, wofür sie stand, sondern nur, wogegen), hoffte die Frankfurter Schule, diese Institutionen schließlich zu Fall zu bringen. Die Kritische Theorie ist die Grundlage für die vielen „Studien“-Abteilungen, die nun die amerikanischen Colleges und Universitäten bevölkern. Wenig überraschend sind diese Abteilungen der Heimatboden der akademischen Politischen Korrektheit.
* Studien in Vorurteilen
Die Frankfurter Schule suchte in einer Reihe akademischer Studien, traditionelle Haltungen zu welchem Thema auch immer stets als „Vorurteil“ zu definieren, was schließlich in Theodor Adornos 1950 veröffentlichtem, immens einflussreichem Buch „Die autoritäre Persönlichkeit“ gipfelte. Weiters entwickelte die Frankfurter Schule auch die trügerische „F-Skala“, die bezweckte, traditionelle Einstellungen zur Sexualmoral, Beziehungen zwischen Männern und Frauen und die Familie berührende Fragen mit Unterstützung des Faschismus in Verbindung zu setzen. Heute ist die Lieblingsbezeichnung, die die Vertreter der Politischen Korrektheit für jeden verwenden, der ihnen widerspricht: „Faschist“.
* Herrschaft
In einem weiteren Aspekt löste sich die Frankfurter Schule vom orthodoxen Marxismus, der die Geschichte als von der Herrschaft über die Produktionsmittel bestimmt ansah. Stattdessen sagte die Frankfurter Schule, dass die Geschichte davon bestimmt sei, welche Gruppen – definiert als Männer, Frauen, Rassen, Religionen etc. – Macht oder „Herrschaft“ über andere Gruppen hatten. Bestimmte Gruppen, vor allem weiße Männer, etikettierte sie als „Unterdrücker“, während sie andere Gruppen als „Opfer“ definierte. Opfer waren automatisch gut, Unterdrücker böse, danach, aus welcher Gruppe sie kamen, unabhängig von individuellem Verhalten.
Obwohl sie Marxisten waren, nahmen die Mitglieder der Frankfurter Schule auch Nietzsche in Anspruch (jemand anderer, den sie für seine Missachtung der traditionellen Moral bewunderten, war der Marquis de Sade). Sie integrierten in den Kulturmarxismus, was Nietzsche die „Umwertung aller Werte“ genannt hatte. Was das – einfach gesagt – bedeutet ist, dass all die alten Sünden zu Tugenden werden, und all die alten Tugenden Sünden. Homosexualität ist fein und eine gute Sache, aber wer glaubt, Männer und Frauen sollten unterschiedliche soziale Rollen haben, ist ein böser „Faschist“. Das ist es, was Politische Korrektheit nun die Kinder in öffentlichen Schulen quer durch Amerika lehrt.
Die Frankfurter Schule äußerte sich auch direkt zur öffentlichen Bildung in Amerika. Sie sagte, es käme nicht darauf an, ob Schulkinder irgendwelche Fertigkeiten oder Fakten lernten. Alles, worauf es ankäme sei, dass sie diese Schulen schließlich mit der richtigen „Haltung“ zu bestimmten Fragen absolvieren sollten.
Medien und Unterhaltung
Geführt von Adorno stand die Frankfurter Schule der Kulturindustrie zunächst ablehnend gegenüber, von der sie annahm, sie würde Kultur „kommodifizieren“, also zur kommerziellen Ware herabstufen. Dann begann man, Walter Benjamin zuzuhören, einem engen Freund von Horkheimer und Adorno, der sagte, der Kulturmarxismus könne schlagkräftigen Gebrauch von Mitteln wie Radio, Film und später auch Fernsehen machen, um die Öffentlichkeit psychologisch zu konditionieren. Benjamins Sicht setzte sich durch, und Horkheimer und Adorno verbrachten die Jahre des Zweiten Weltkriegs in Hollywood. Es ist kein Zufall, dass die Unterhaltungsindustrie nun die mächtigste Waffe im Arsenal des Kulturmarxismus ist.

Das Wachstum des Marxismus in den Vereinigten Staaten

Nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Nationalsozialisten niedergeworfen waren, kehrten Horkheimer, Adorno und die meisten anderen Mitglieder der Frankfurter Schule nach Deutschland zurück, wo das Institut sich mit Hilfe der amerikanischen Besatzungsmacht in Frankfurt reetablierte. Zu jener Zeit wurde der Kulturmarxismus die inoffizielle, doch alles durchdringende Ideologie der Bundesrepublik Deutschland.
Aber die Hölle hatte auf die Vereinigten Staaten nicht vergessen. Herbert Marcuse blieb dort, und er nahm die Übersetzung der schwierigsten akademischen Schriften anderer Mitglieder der Frankfurter Schule in eine einfachere Sprache, die die Menschen leicht begreifen konnten, in Angriff. Sein Buch „Triebstruktur und Gesellschaft“ (engl. Original: „Eros and Civilization“) bediente sich der von der Frankfurter Schule vorgenommenen Kreuzung Marx‘ mit Freud, um darzulegen, dass wir, wenn wir nur den „non-prokreativen Eros“ durch „polymorphe Perversität“ „befreien“ würden, ein neues Paradies schaffen könnten, wo es nur noch Spiel, aber keine Arbeit mehr gäbe. „Triebstruktur und Gesellschaft“ wurde einer der wichtigsten Texte der Neuen Linken der 1960er Jahre.
Marcuse erweiterte auch das intellektuelle Werk der Frankfurter Schule. In den frühen 1930ern hatte Horkheimer die Frage offen gelassen, wer eigentlich die Arbeiterklasse als Triebfeder der marxistischen Revolution ersetzen würde. In den 1950ern beantwortete Marcuse diese Frage damit, dass diese Rolle eine Koalition aus Studenten, Schwarzen, feministischen Frauen und Homosexuellen übernehmen werde – der Kern der Studentenrevolte der 1960er, und die heiligen „Opfergruppen“ der heutigen Politischen Korrektheit. Marcuse nahm sich weiters auch einen der Lieblingsbegriffe der Politischen Korrektheit vor: „Toleranz“. Er verlieh ihr eine ganz neue Bedeutung. Er definierte „befreiende Toleranz“ als Toleranz gegenüber allen Ideen und Bewegungen der Linken, und Intoleranz gegenüber allen Ideen und Bewegungen der Rechten. Wenn man heute Kulturmarxisten nach „Toleranz“ rufen hört, dann meinen sie Marcuses „befreiende Toleranz“ (genauso wie sie, wenn sie nach „Diversität“ rufen, Uniformität des Glaubens in ihre Ideologie meinen).
Die Studentenrevolte der 1960er, getrieben weitgehend vom Widerstand gegen die Wehrpflicht zur Führung des Vietnamkrieges, bot Marcuse eine historische Gelegenheit. Als ihr wohl berühmtester „Guru“ injizierte er der Baby-Boomer-Generation den Kulturmarxismus der Frankfurter Schule. Natürlich verstanden die Baby Boomer nicht, was wirklich los war. Genauso, wie es schon zu Beginn des Institutes gewesen war, verkündeten Marcuse und die wenigen anderen „Insider“ nicht, dass Politische Korrektheit und Multikulturalismus eine Form des Marxismus waren. Und die Wirkung war verheerend: Eine ganze Generation von Amerikanern, besonders die universitätsgebildete Elite, saugte den Kulturmarxismus geradezu in sich auf und nahm damit eine vergiftete Ideologie an, die Amerikas traditionelle Kultur und seinen christlichen Glauben zu zerstören suchte. Diese Generation, die heute jede Eliteinstitution in Amerika lenkt, führt nun einen pausenlosen Krieg gegen alle traditionellen Ansichten und Institutionen. Sie hat diesen Krieg schon nahezu gewonnen. Die amerikanische traditionelle Kultur liegt weitestgehend in Trümmern.

Eine Gegenstrategie

Nun haben wir nachvollzogen, wer uns unsere Kultur geraubt hat. Die Frage ist jetzt: Was können wir tun?
Wir können zwischen zwei Strategien wählen. Die erste ist, die bestehenden Institutionen von den Marxisten zurückzuerobern – die öffentlichen Schulen, die Universitäten, die Medien, die Unterhaltungsindustrie und die meisten der Großkirchen. Die Kulturmarxisten erwarten, dass wir dass versuchen, sie sind dazu bereit, und es würde einen offenen Angriff auf bestens vorbereitete Verteidigungsstellungen bedeuten, mit vergleichsweise geringen Ressourcen und Möglichkeiten, Gehör zu finden. Jeder Fußsoldat kann voraussehen, wohin das führt: Zur Niederlage.
Aber es gibt eine weitere, vielversprechendere Strategie. Wir können uns und unsere Familien von den durch die Kulturmarxisten kontrollierten Institutionen abkoppeln und neue Institutionen für uns selbst aufbauen, Institutionen, die uns helfen, unsere traditionelle westliche Kultur wieder zu erlangen.
Vor einigen Jahren schrieb mein Kollege Paul Weyrich einen offenen Brief an die konservative Bewegung, in dem er diese Strategie vorschlug. Während die meisten anderen konservativen (republikanischen) politischen Führerfiguren Bedenken hatten, hatte sein Brief beträchtlichen Widerhall bei Graswurzel-Konservativen. Viele von ihnen sind bereits Teil einer Bewegung, die sich von der korrupten vorherrschenden Kultur abwendet und parallele Institutionen schafft: die Homeschooling-Bewegung. Ähnliche Bewegungen beginnen, vernünftige Alternativen in weiteren Aspekten des Lebens zu bieten, etwa die Bewegungen zur Förderung lokaler Kleinbauern, die oft Biobauernhöfe betreiben, und die lokale Märkte für die Erzeugnisse dieser Biobauernhöfe entwickeln. Wenn das Motto der „Schönen Neuen Welt“ war, global zu denken und lokal zu handeln, sollte unseres sein: „Denke lokal, handle lokal“.
So weist unsere Strategie des Rückgängigmachens dessen, was uns der Kulturmarxismus angetan hat, eine gewisse Parallele auf zu dessen eigener Strategie, wie sie Gramsci vor so langer Zeit dargelegt hat. Gramsci rief die Marxisten auf, einen „langen Marsch durch die Institutionen“ zu unternehmen. Unsere Gegenstrategie ist ein langer Marsch zur Schaffung unserer eigenen Institutionen. Das wird nicht schnell passieren, und es wird auch nicht leicht sein. Sondern es wird das Werk von Generationen sein – wie es das auch bei den Kulturmarxisten war. Sie waren geduldig, weil sie die „unvermeidlichen Kräfte der Geschichte“ auf ihrer Seite wussten. Die Frage ist: Können wir gleichermaßen geduldig und ausdauernd sein, in dem Wissen, dass der Schöpfer der Geschichte auf unserer Seite ist?
Übersetzt durch: Matthias Boening
Englisch Version dieses Artikels: Who stole our culture?
Portugiesische Version dieses Artikels: Quem roubou a cultura dos EUA?
Verbreitung: Julio Severo in Deutsch:

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