Tuesday, September 23, 2014

„Wir wollen kein Westen sein“


„Wir wollen kein Westen sein“

Internationaler Familienkongreß in Moskau: Kämpferische Worte für die traditionelle Ehe und gegen die Homolobby

Thomas Fasbender
Kommentar von Julio Severo: Ich bringe diesen Bericht von Mr. Thomas Fasbender. Ich besuchte auch dieses große Profi-Familienereignis in Moskau.
Auch Tage nach Beginn der Waffenruhe in der Ostukraine scheinen die diplomatischen Kanäle zwischen West und Ost vereist. EU und USA drehen an der Sanktionsschraube. Seit dem 12. September sind die staatlichen russischen Ölfirmen von der Refinanzierung am EU-Bankenmarkt ausgeschlossen. Die USA haben darüber hinaus den Technologie-Transfer auch an private Ölgesellschaften wie Lukoil eingeschränkt. EU-Anbieter dürfen im Rahmen der russischen Öl- und Gasexploration in der Arktis keine Dienstleistungen mehr ausführen.
Mit Gegensanktionen ließ Rußland sich diesmal Zeit. Zu Wochenbeginn wurde spekuliert, ob der Kreml wohl den Import westlicher Autos oder Textilien beschränken oder Überflugrechte für westliche Fluglinien widerrufen würde.
Moskau gibt sich als Hüter christlicher Werte
Die wachsende Entfremdung zwischen Rußland und dem Westen trat auch bei dem Internationalen Forum „Kinderreiche Familien und die Zukunft der Menschheit“ in Moskau in der Vorwoche zutage. Anwesend waren über tausend russische Gäste und rund 250 Ausländer, darunter führende Vertreter internationaler Pro-Life-Organisationen.
Hintergrund des neuen russischen Selbstbewußtseins in Sachen Familienpolitik ist die Überwindung der über 20jährigen demographischen Krise. Bei der Eröffnung unterstrich der russisch-orthodoxe Patriarch Kirill, daß der Grund dafür nicht nur in staatlicher Unterstützung liege, sondern vor allem auch in der Wiedergeburt einer positiven Idee von Gemeinschaft auf christlicher Basis.
Die konservative Duma-Abgeordnete Jelena Misulina, Vordenkerin des Gesetzes gegen Schwulen-Propaganda unter Minderjährigen, erinnerte daran, daß Umfragen zufolge 95 Prozent ihrer Landsleute traditionelle Lebensformen bevorzugten. Sie brachte das vorherrschende Gefühl der russischen Forumsteilnehmer auf den Punkt: „Wir wollen kein Westen sein.“ Auch der russisch-georgische Politiker Levan Vasadze empfahl, den Westen nur „selektiv“ zu adaptieren: eben seine technologischen und organisatorischen Errungenschaften ohne die „destruktive Ideologie“.
Wie sehr der weltanschauliche Konflikt die aktuelle Politik berührt, zeigte sich darin, daß gleich drei zentrale Forums-Veranstalter von westlichen Sanktionen betroffen waren: zwei Mäzene wertkonservativer russischer Politik, der Eisenbahnchef und Putin-Freund Wladimir Jakunin und der Finanzinvestor Konstantin Malofejew, sowie die bereits erwähnte Jelena Misulina.
Die Veranstaltung war ursprünglich von der amerikanischen Pro-Life-NGO „World Congress of Families“(WCF) als „Achter Weltkongreß der Familien“ geplant, wurde jedoch aufgrund der Ukraine-Krise im März abgeblasen.
Daraufhin entschieden die Moskauer Organisatoren, das Ganze mit identischem Programm als „Internationales Forum“ durchzuführen. US-amerikanische WCF-Vertreter, die trotz der Absage nach Moskau gekommen waren, machten deutlich, daß sie aufgrund ihrer Teilnahme in den USA mit Strafverfolgung rechnen müßten.
Geschmückt mit der breiten blauen Schärpe des EU-Parlaments rief der EP-Abgeordnete Aymeric Chauprade (Front National) dazu auf, den Kreml bei seinem Beharren auf einer multipolaren Welt zu unterstützen – Rußland sei diejenige Zivilisation, die noch am ehesten für die christlich-europäischen Werte einstehe. Vertreter aller Kontinente unterstrichen, daß der Kampf gegen die traditionelle Familie ein Elitenprojekt sei, das nicht einmal im Westen die Unterstützung der Mehrheit genieße. Der US-Amerikaner Brian Brown, Chef der „Nationalen Organisation für die Ehe“, führte dazu die Ergebnisse von Abstimmungen in den Vereinigten Staaten an. In rund 40 Bundesstaaten sei über die Schwulen-Ehe abgestimmt worden, und nur in fünf oder sechs davon hätten die Befürworter gesiegt. Dennoch, so Brown, verpflichte das US-Außenministerium alle US-Agenturen und Vertretungen zur aktiven Unterstützung von LGBT-Lobbies im Ausland.
Antonio Brandi, Präsident der italienischen Organisation ProVita, betonte das Engagement der Südeuropäer in Form des jährlich stattfindenden „Marsches für das Leben“ in Rom und der Massendemonstrationen gegen die Schwulen-Ehe in Paris. Viel Lob erhielten auch die Ungarn dafür, daß dort seit 2013 der Schutz der Ehe aus Mann und Frau in der Verfassung festgeschrieben ist.
Auffallend war die schwache deutsche Präsenz. Außer der katholischen Publizistin Gabriele Kuby kamen aus Deutschland nur eine Handvoll Teilnehmer. Zu den Gründen befragt, meinte der ebenfalls anwesende Wiener FPÖ-Politiker Johann Gudenus, deutsche Konservative wollten „Liebkind“ sein, deshalb gebe es in Deutschland derzeit auch keine klar konservativ positionierte Partei.
Gabriele Kuby verwies im Anschluß auf die ausgeprägte Konsenskultur und die verbreitete Sorge, mit der eigenen Meinung in ein falsches Licht zu geraten: „Der Mainstream in Deutschland geht gegen Rußland. Der Ukraine-Konflikt ist ein gefundenes Fressen für alle Genderisten, die die positive Familienpolitik Rußlands ablehnen.“
Originalartikel: Junge Freiheit

Monday, January 20, 2014

Italienische Regierungsrichtlinien verbieten Journalisten Opposition zu LGBT-Agenda


Italienische Regierungsrichtlinien verbieten Journalisten Opposition zu LGBT-Agenda

von Hilary White, LifeSiteNews-Korrespondentin in Rom
Rom, 19. Dezember 2013 (LifeSiteNews.com) – Das italienische Ministerium für Chancengleichheit hat Richtlinien veröffentlicht, die Journalisten anweisen zu schreiben, ohne Homosexuelle und Transsexuelle zu „diskriminieren“, und widrigenfalls die Möglichkeit beruflicher Sanktionen und allenfalls sogar Gefängnisstrafen androhen.
Das dem Ministerium zugeordnete ‘Nationale Büro gegen rassische Diskriminierung, UNAR (Ufficio Nazionale Antidiscriminazioni Razziali), gab dieses sogenannte “Regenbogen-Papier” heraus, ein Dokument, das nationale Richtlinien für Journalisten aufstellt, die Punkt für Punkt die Behauptungen und Forderungen der internationalen Schwulenlobby widerspiegeln.
Alessandro Pagano, ein Mitglied der Abgeordnetenkammer, bezeichnet die Richtlinien als “nichts weniger als absurd” und warnt, dies sei “eine weitere Attacke gegen die Meinungsäußerungsfreiheit, geführt mit den Methoden der [faschistischen] Einschüchterungstruppe gegen Journalisten.“
“Mit anderen Worten”, so Pagano, zielen die Richtlinien darauf ab, “der Bevölkerung die LGBT-Ideologie aufzuzwingen.” Sie werden es Lobbyisten erlauben, die Presse zur Verbreitung von Propaganda „unter Sanktionsdrohung“ zu verwenden, um ausschließlich „ein positives Image“ von Homosexuellen zu fördern. „Jeder Widerspruch wird daher verhindert und jegliche abweichende Stimmen werden entfernt.“
Den Richtlinien zufolge wird es Fernsehprogrammen nicht mehr erlaubt sein, “LGBT-Themen” im Stil einer Debatte zwischen verschiedenen Seiten zu präsentieren. Talk Shows werden nicht länger eine Person, die LGBT-Themen verteidigt, einer anderen gegenüberstellen können, die sie kritisiert, um zwischen den beiden „einen Gegensatz herzustellen“. Stattdessen wird die Presse angewiesen, einen reibungsfreien Anschein vollständigen gesellschaftlichen Konsenses zu konstruieren.
Journalisten, die über öffentliche Äußerungen berichten wie diejenigen von “Politikern und Repräsentanten von Institutionen”, dürfen dies zwar „zu Nachweiszwecken“ auch dann tun, wenn diese Äußerungen im Widerspruch zu den Richtlinien stehen, sie müssen dabei aber „bestimmte Regeln befolgen“, und darauf achten, „Anführungszeichen für Reden“ zu verwenden. Zusätzlich müssen sie erklären, dass der sich Äußernde im Unrecht ist, wenn er Äußerungen von Repräsentanten der LGBT-Organisationen widerspricht.
Aus Paganos Sicht “tötet [dieses Regierungsdokument] die Informationsfreiheit ab, indem es diskriminierende Praktiken rechtfertigt und ermutigt”, wie zum Beispiel die Behandlung des Vizepräsidenten der Union der italienischen katholischen Juristen, Giancarlo Cerrelli, der im Herbst 2013 im letzten Moment von der öffentlichen Rundfunkanstalt von einer Fernsehdebatte wieder ausgeladen und durch einen mit der LGBT-Bewegung sympathisierenden Sprecher ersetzt wurde.
“Wir fragen uns, ob der Premierminister auf dieses Dokument und die von ihm ausgehende Gefahr für die Informationsfreiheit aufmerksam gemacht wurde”, so Pagano.
Trotz der Bezeichnung “Richtlinien für gegenüber LGBT-Personen respektvolle Information” ist das Papier mehr als eine Liste freundlicher Vorschläge. Es warnt, dass diejenigen, die sich nicht daran halten, das Risiko formaler Beschwerden an das italienische Büro für professionelle Standards eingehen – was in diesem stark regulierten Bereich zu Jobverlust führen kann – und deutet dunkel an, dass Schlimmeres kommen könnte, falls der vorgeschlagene „Anti-Homophobie“-Gesetzentwurf verabschiedet wird.
Es ist klar, meint Pagano, dass die “ersten Opfer” dieses Regelwerkes katholische Journalisten sein werden, ebenso wie alle unsere klaren Schreiber die, ernsthaft und Tag für Tag, ihre Arbeit tun, um Information in ausgewogener Weise, unparteiisch und einschließlich aller Positionen, zur Verfügung zu stellen.
In der Liste der Standards findet sich auch das Konzept, dass das biologische und das soziale Geschlecht einer Person nicht als Synonyme verwendet werden dürfen, da das erstere lediglich anatomisch und das zweitere aber eine Angelegenheit persönlicher Präferenz ist, der jedoch der uneingeschränkte Vorzug zu geben ist. Umgekehrt werden Journalisten instruiert, den Begriff „sexuelle Orientierung“ anstelle von „sexueller Präferenz“ zu verwenden, da letzterer Begriff impliziert, dass Homosexualität eine bloße Frage der Wahl von Präferenzen sei und nicht ein unveränderlicher Zustand. Es sollte auch niemals angedeutet werden, dass „reparative Therapie“ die „sexuelle Orientierung“ einer Person ändern könne.
Die Begriffe “Gay-Familie” oder “homosexuelle Familie” sind zugunsten der “Familie gleichgeschlechtlicher Eltern” zu vermeiden. Zwischen „Schwulenhochzeit“ und „traditioneller Hochzeit“ darf keine Unterscheidung getroffen werden, wie etwa, dass die erstere „von der traditionellen verschieden“ sei. Das Dokument postuliert: „Ehe existiert nicht in der Natur, während Homosexualität in der Natur existiert.“ Die Erwähnung der drei Konzepte „Tradition, Natur und Fortpflanzung“ sei „ein sicheres Zeichen von Homophobie“, so das Dokument.
Andeutungen, dass Kinder, die von Homosexuellen adoptiert wurden, in irgendeiner Weise zu anderen Kindern verschieden seien, müsse ebenfalls vermieden werden, ebenso wie das Priorisieren von Adoption in dem Sinne, dass die besten Interessen eines Kindes „sowohl eine männliche als auch eine weibliche Person als fundamentale Bedingung für die Vollständigkeit des psychologischen Gleichgewichts“ erforderten. Auch der Begriff „Leihmutter“ für eine Frau, die mit einem Kind für jemanden anderen schwanger ist, ist zugunsten von „Schwangerschaftsunterstützung“ zu vermeiden.
Begriffe wie “zur Schau stellen” und “zugeben” sollen vermieden werden und stattdessen “erklären” verwendet werden, da Homosexualität keine Sünde sei. Die Abkürzung „LGBT“, so das Dokument, „wird in Italien selten verwendet, sollte aber in den allgemeinen Sprachgebrauch aufgenommen, verwendet und bekannt gemacht werden.”
Bei der Auswahl von Fotos sollen Journalisten “LGBT-Personen” nicht im Kontext von “Gay Pride”-Veranstaltungen, nackt in der Öffentlichkeit oder in Nachtklubs zeigen. Diese Auswahl, so die Richtlinien, würde Homosexualität auf den Bereich sexueller Aktivitäten reduzieren. Stattdessen sei es besser, Fotos zu verwenden, die „Bilder des täglichen Lebens“ darstellten.
Transsexuelle sollten nicht als Prostituierte oder in extravaganten Posen oder Gewändern dargestellt werden, da solche Fotos sie als „Freaks“ hinstellten. Bei Bezugnahme auf eine „Transfrau“, das ist ein Mann mit Selbstidentifikation als Frau, dürfe die Presse nur das feminine Pronomen verwenden, ungeachtet der männlichen Physiognomie. Wenn jemand „sich als Frau fühlt, sollte sie als solche behandelt werden“, sagen die Richtlinien.
Das Dokument ist das Ergebnis einer Reihe von staatlich geförderten Trainingsseminaren für Journalisten mit dem Titel “Stolz und Vorurteil”, die den gesamten Oktober 2013 hindurch in Mailand, Rom, Neapel und Palermo gehalten wurden. Sie basieren auf dem “Nationale Strategie”-Papier der Regierung, das seinerseits aus einer Entschließung des Europarates entwickelt wurde, und gehen so weit, „Homophobie und Transphobie“ als Straftaten zu betrachten, obwohl sie im italienischen Strafgesetzbuch nicht enthalten sind.
Das Nationale-Strategie-Papier umreißt ein von der Regierung zu unternehmendes “mehrjähriges Projekt”, in dem Medien- und Unterrichtsmaterialien erstellt werden sollen, die auf die Änderung der Haltung des italienischen Volkes zur Homosexualität und „einen starken Antrieb für den Prozess der kulturellen Veränderung“ abzielen.
Massimo Introvigne, ein prominenter italienischer Soziologe, der für Manif pour Tous Italia schreibt, sagt in der Zeitung La Bussola Quotidiana, dass das Behandeln von homosexuellen Doktrinen als Gesetz eine echte Bedrohung ist, und die Regierung zu einer Art Propagandaministerium der Schwulenlobby macht.
Er merkt an, dass das Unterscheiden des biologischen vom sozialen Geschlecht “wirklich das erste Gebot der Gender-Ideologie ist, aber jetzt wird es zur Verpflichtung.”
Introvigne beschuldigt UNAR, das Ministerium für Volkskultur der Mussolini-Ära wiederzubeleben (Ministero della Cultura Popolare, abgekürzt Min.Cul.Pop.), das den Faschismus propagiert und die Publikation von gegen das Regime gerichteten Materialien verboten hatte.
Diese Richtlinien “tun uns unbeabsichtigterweise jedoch einen großen Gefallen”, sagt er. „Sie erklären exakt, schwarz auf weiß, was wirklich mit dem Gesetz gegen Homophobie verboten werden wird.“
“Anstatt Homosexuelle vor Beleidigungen, Drohungen und Gewalt zu beschützen – wie es sein sollte und bereits in den existierenden Gesetzen der Fall ist – kommt hier die Diktatur des Relativismus, ohne Feinheiten und ohne Gnade.“
Obwohl die Pressefreiheit verfassungsrechtlich garantiert ist, stufte eine im Jahr 2009 erstellte Studie der internationalen Organisation für die Beobachtung der weltweiten Pressefreiheit, Freedom House, Italien hinsichtlich Pressezensur als eines der schlechtestplatzierten Länder der westlichen Welt ein. Während der Amtszeit Silvio Berlusconis wurde Italien wegen der Verabschiedung von Gesetzen, die dem privaten Medienunternehmen des Premierministers nahezu ein Monopol auf Presse und Rundfunk einräumten, immer stärker in die Kritik genommen. Ein Bericht des in Wien angesiedelten Internationalen Presseinstitutes identifizierte den Mangel an gesetzlichen Regelungen für Interessenkonflikte und undurchsichtige Lizenzierungsverfahren für Journalisten als Hindernisse für Pressefreiheit und Verantwortlichkeit.
Übersetzt durch: Yair

Thursday, November 21, 2013

Eine charismatische Antwort auf ‚Die wachsende Krise hinter Brasiliens evangelikaler Erfolgsstory‘


Eine charismatische Antwort auf ‚Die wachsende Krise hinter Brasiliens evangelikaler Erfolgsstory‘

Julio Severo spricht Fehlauffassungen und verfehlte Ziele im Artikel eines brasilianischen presbyterianischen Theologen an

Von Julio Severo
In seinem Blog “The Gospel Coalition” schrieb der brasilianische calvinistische Theologe Augustus Nicodemus Gomes Lopes: “Als Paulo Romeiro Mitte der 1990er Jahre ‘Evangelikale in der Krise’ schrieb, ein Buch, das noch immer ein Bestseller unter Brasiliens Evangelikalen ist, thematisierte er nur eine der vielen Arten, wie der Evangelikalismus in Brasilien kollabiert ist, nämlich seine Unfähigkeit, die Verbreitung der Theologie der Prosperität aufzuhalten.” (Link: http://archive.is/hjNXb)
Er erwähnt die “Theologie des Wohlstands” dreimal. Seltsamerweise fehlen die Befreiungstheologie und ihr protestantisches Pendant, die Theologie der Integralen Mission, in seinem Text.
Obwohl die Theologie der Integralen Mission ein Problem ist, das bei den brasilianischen Calvinisten vorherrscht, konzentriert sich Nicodemus nominell nur auf die Theologie des Wohlstands, die lose von neopfingstlerischen (neocharismatischen) Kirchen vertreten wird.
Einfach gesagt ist die Theologie der Integralen Mission, die vor allem von Theologen und Kirchenführern hauptsächlich wohlhabender reformierter Kirchen vertreten wird, ein Mittel, mit dem Führer Arme instruieren, sich an den Staat als Versorger für ihre materiellen Bedürfnisse zu wenden. Im Gegensatz dazu steht die Theologie des Wohlstands, der brasilianische neopfingstlerische Kirchen lose folgen, wo die Armen angeleitet werden, Gott als Quelle ihrer materiellen wie spirituellen Bedürfnisse zu sehen.
Beide Theologien kommen ursprünglich aus den Vereinigten Staaten. In den 1950er Jahren lehrte Reverend Richard Schaull, ein überzeugter Anhänger der Social-Gospel-Bewegung und späterer Professor an der Princeton Universität, am größten Seminar der presbyterianischen Kirche Brasiliens – dieselbe Denomination wie die von Nicodemus.
Sein Einfluss, zunächst in der presbyterianischen Kirche Brasiliens, war beeindruckend, und er war ein Vorbote der Befreiungstheologie. Sein Schüler, der damalige presbyterianische Theologe Rubem Alves, war in den 1960ern auch maßgeblich am Entstehen der Befreiungstheologie in Brasilien beteiligt.
Neopfingstlerische Kirchen begannen in Brasilien besonders in den späten 1970er Jahren aufzutauchen, als das brasilianische evangelikale Publikum größtenteils unter dem Einfluss der Televangelisten Pat Robertson und Rex Humbard und ihrer berühmten Shows in Brasilien, “Der 700 Club” und “Du wirst geliebt” stand. Weiters wurden durch diese Shows viele zu Christus konvertiert.
Mitte der 1980er Jahre begannen sich protestantische Kirchenführer einschließlich Rev. Caio Fábio Sorgen zu machen, dass die Theologie des Wohlstands, wie sie in den neopfingstlerischen Kirchen gelehrt wurde, die weitere Verbreitung der Theologie der Integralen Mission in der brasilianischen Kirche untergrub. Darüber mehr Information in meinem frei abrufbaren E-Book hier: http://bit.ly/15AJmMC
Caio Fabio, der prominenteste Führer der presbyterianischen Kirche in Brasilien, stolperte schließlich in den 1990ern über schwerwiegende Sex- und Finanzskandale, nach seiner schäbigen Hilfestellung für den ehemaligen Präsidenten Brasiliens, Luis Inácio Lula da Silva und seine sozialistische Arbeiterpartei, um die Stimmen evangelikaler Christen zu werben.
Die Hauptgegner des Neopentecostalismus und seiner Theologie des Wohlstands sind linke Protestanten. Obwohl kein Linker, findet Augustus Nicodemus es leichter, die Theologie des Wohlstands anzugreifen als die Theologie der Integralen Mission. Als er Kanzler der Presbyterianischen Mackenzie Universität in São Paulo, Brasilien, war, ließ er Theologieprofessoren zu, die Anhänger der Theologie der Integralen Mission waren, aber Anhänger der Theologie des Wohlstands wurden nicht zugelassen.
Warum war das Neopfingstlertum und nicht die marxistische Theologie der Integralen Mission sein wichtigster Zankapfel? Wegen seiner Theologie, die in besonderem Konflikt mit der großen evangelikalen Mehrheit in Brasilien steht. Nicodemus ist die führende cessationistische Stimme in Brasilien. Der Cessationismus predigt, dass Prophezeihungen und andere übernatürliche Gaben des Heiligen Geistes seit 2000 Jahren beendet sind.
Es fällt ihm schwer zu verstehen, wie pfingstlerische, charismatische und neopfingstlerische Kirchen ein derartig phänomenales Wachstum erfahren konnten. Nicodemus sagt: “Gemäß dem jüngsten offiziellen Zensus repräsentieren Evangelikale fast ein Viertel der gesamten Bevölkerung Brasiliens (22,5 Prozent). Das ist ein phänomenales Wachstum, wenn man bedenkt, dass sie vor 40 Jahren lediglich 2,5 Prozent ausgemacht haben.”
Was er nicht sagte war, dass dieses massive Wachstum alles mit übernatürlichen Gaben und dem Heiligen Geist zu tun hat. Gemäß dem “Neuen internationalen Wörterbuch der pfingstlerischen und charismatischen Bewegungen: revidierte und erweiterte Ausgabe” (Zondervan 2010), hat Brasilien das folgende evangelikale Profil:
Pfingstler 24,810,921 (31%)
Charismatische* 33,970,683 (42%)
Neocharismatische 21,168,395 (26%)
Erneuerung insgesamt: 79,949,999
* Der portugiesischen Wikipedia zufolge hat Nicodemus’ presbyterianische Kirche in Brasilien 980.000 Mitglieder. Diese Zahl heißt nicht, dass alle brasilianischen Presbyterianer Cessationisten sind. Viele von ihnen sind charismatisch orientiert.
Sein Cessationismus bringt ein weiteres Problem mit sich: Wenn die gegenwärtige Prophezeihung und andere übernatürliche Gaben unter den brasilianischen Christen nicht von Gott sind, wer ruft dann das Wachstum der Pfingstler, Charismatischen und Neopfingstler in Brasilien hervor? Wer erbringt dann die Wunder unter ihnen? Satan?
Brasilien ist die größte spiritistische Nation der Welt. Hexerei, besonders die afrikanischen Ursprungs, ist weit verbreitet. Der Zusammenprall zwischen diesen dunklen Mächten und pfingstlerischen, charismatischen und neopfingstlerischen Kirchen und ihren spirituellen Gaben hat zu zahlreichen Konversionen zu Christus geführt.
Dieser Zusammenstoß ist notwendig. Wie der calvinistische Theologe Vincent Cheung sagt: “Eine Antwort auf dämonische übernatürliche Macht ist eine größere göttliche übernatürliche Macht. Die Bibel berichtet von zahlreichen Zusammenstößen von Kräften, bei denen die wunderwirkende Kraft Gottes die Kraft Satans überwand. Denken wir etwa an die Konfrontationen zwischen Moses und den Magiern, Eliah und die falschen Propheten, Jesus und den von Dämonen Besessenen, Philip und Simon, Paul und Elymas, und Paul und das Mädchen mit dem bösen Geist in unserem Text. Paul trieb den Geist der Weissagung aus, und das Mädchen verlor seine Gabe. Dies ist die biblische Antwort auf die Wunder Satans. Die Lösung ist nicht Verleugnung, sondern Einsicht und Beherrschung.” (Sermonettes, Band 7, Kapitel 7).
Als Cessationist zieht Nicodemus Realitätsverweigerung vor und sieht viele Probleme im explosiven Wachstum der Pfingst- und Neopfingstkirchen und der charismatischen Kirchen. Er sagte: “Wie hat der Evangelikalismus diesen Punkt des Erfolges und gleichzeitig der Krise in Brasilien erreicht?” Die Reformationstheologie und –Praxis sind in unserem Land nie voll bekannt oder angenommen worden, auch nicht unter den reformierten Kirchen.” Also stammt die evangelikale Krise in Brasilien von dem Faktum her, dass sie nicht, wie er sagt, “die Doktrinen der Reformation in ihrer Ganzheit und Macht erkannt haben”.
Aber was braucht es, um im Zusammenprall der dunklen, spiritistischen mit den göttlichen Kräften zu bestehen? Erfüllt zu sein mit Traditionen der Reformation oder erfüllt zu sein von der Kraft des Heiligen Geistes?
Nicodemus sagte auch: “Aufgrund ihrer Geringschätzung der Tradition und theologischen Interpretation sahen sich die Evangelikalen auch gegenüber jeglicher neuer Interpretation verwundbar, wie etwa die Offenheitstheologie, die Theologie des Wohlstands, eine neuartige Perspektive Pauls und so weiter.” Kein Wort über die wichtigste aller Bedrohungen, vor der die reformierten Kirchen in Brasilien stehen, nämlich die Befreiungstheologie und ihr protestantisches Pendant, die Theologie der Integralen Mission.
Der führende Verfechter der Theologie der Integralen Mission in Brasilien ist Reverend Ariovaldo Ramos, Prediger der Reformierten Christlichen Kirche. Kürzlich pries er Hugo Chavez als Helden für die Schwachen und Armen. Seine bekannten linksgerichteten Aktivitäten wurden durch Nicodemus und andere Führer reformierter Kirchen nie in Frage gestellt.
Bestenfalls schwieg Ramos zu den Versuchen der sozialistischen brasilianischen Regierung, Abtreibung zu legalisieren und PLC 122 zu verabschieden, einen Gesetzesentwurf, der die in der Bibel verankerte Kritik an homosexuellen Handlungen kriminalisiert. Bei den Wahlen unterstützte er diese Regierung, an die Macht zu kommen. Im Gegensatz dazu hat Marco Feliciano, ein Abgeordneter des brasilianischen Nationalkongresses und Prediger der Kongregation “Versammlung Gottes”, sich vehement gegen Abtreibung und den Gesetzesentwurf PLC 122 ausgesprochen.
Feliciano hat auch die Wahl dieser Regierung unterstützt. Aber als es zum Zusammenprall zwischen Werten und Regierung kam, entschied er sich für die Werte. Wegen seiner öffentlichen moralischen Stellungnahmen wurde er von der säkularen und religiösen Linken einschließlich Ramos nachhaltig attackiert.
Ein schwerer wiegender Kontrast ist Nicodemus’ Mitgliedschaft bei ANAJURE, einer christlichen Gruppe in Brasilien, die geschaffen wurde, um Christen und ihre bürgerlichen Rechte zu verteidigen und deren Präsident öffentlich gegen Feliciano Stellung bezogen hat. Weiters beugte sich Nicodemus im Jahr 2010 den Forderungen der Schwulenlobby und ordnete die Entfernung eines öffentlichen Manifests gegen den Gesetzesentwurf PLC 122 von der Webseite seiner Universität an.
Offenbar ist nichts daran für ihn bedenklich.
Als Cessationist ist er nur besorgt über die Pfingstler, besonders wegen ihres Mangels an theologischer Richtung. Sogar unter neopfingstlerischen Kirchen, die der Wohlstandstheologie folgen, ist die Vielfalt an Interpretationen und Praktiken gigantisch. So ist zum Beispiel aggressivste neopfingstlerische Kirche in Brasilien, die Universale Kirche des Königreiches Gottes (UKKG, port. ‘Igreja Universal do Reino de Deus’) cessationistisch, glaubt an Wunder durch bloße positive Beichte und Gebet und lehnt Prophezeihung und andere übernatürliche Gaben des Heiligen Geistes für die heutige Zeit ab. Die UKKG predigt, dass Manifestationen dieser Gaben in heutiger Zeit dämonisch sind – ein Standpunkt, der die UKKG nicht von dem ihrer reformierten Gegenstücke unterscheidet. Der Gründer der UKKG, Bischof Edir Macedo, ist ein ausgesprochener Befürworter der Abtreibung. Aber in diesen zwei Punkten – Cessationismus und Abtreibung – ist die UKKG die Ausnahme unter den neopfingstlerischen Kirchen in Brasilien.
Es gibt eine Erklärung für diese immensen Unterschiede. Das “Neue Internationale Wörterbuch der Pfingstlerischen und Charismatischen Bewegungen” sagt dazu: “Die Vielfalt des weltweiten Pfingstlertums macht es unmöglich, von ‘einer’ pfingstlerischen Theologie zu sprechen, besonders da eine umfassende Theologie des christlichen Glaubens aus klassischer pfingstlerischer Perspektive noch nicht geschrieben wurde.” Dies trifft insbesondere auf Brasilien zu.
Da er grundsätzlich in theologischen Begriffen denkt, sieht Nicodemus wohl wenig Hoffnung für solch theologielose Kirchen. Für ihn ist das vielmehr eine “Krise”. Er sagt “Es gibt keinen einfachen Weg aus dieser Krise. Dennoch gibt es einige ermutigende Zeichen des Wandels, die ich nicht unerwähnt lassen kann. Eines davon ist das überraschende Wachstum des Reformierten Glaubens unter den Pfingstlern. Es gibt unzählige Beispiele von pfingstlerischen Pastoren, die sich der Reformierten Interpretation der Schriften zuwenden. Manchmal hat dieser Wandel komplette pfingstlerische Gemeinden erfasst. Ich zitiere hier ein E-Mail, das ich vor einigen Wochen von einem früheren pfingstlerischen Pastor erhalten habe: ‘Ihr Buch, Spirituelle Anbetung, [erstmals herausgegeben im Jahr 1998 und derzeit in seiner fünften Ausgabe] hat unsere gesamte Kirchengemeinde dazu gebracht, in fremden Zungen zu sprechen und es hat unsere gesamte Liturgie verändert. Wir mussten sogar das Schild an unserem Gebäude von ‘Versammlung Gottes’ auf ‘Reformierte Kirche’ ändern.’”
Eine Kirchengemeinde der ‘Versammlung Gottes’ hört auf, in fremden Zungen zu sprechen (und möglicherweise auch, zu prophezeihen), und der Cessationismus hat im Namen der Reformation gewonnen. Aber ist das ein spiritueller Sieg?
Dies ist die brasilianische Realität: Millionen verlorener Seelen gehen zugrunde. Spiritismus ist weit verbreitet. Die Befreiungstheologie greift in der katholischen Kirche um sich. Die Theologie der Integralen Mission grassiert in den reformierten Kirchen. Und ein reformierter Theologe ist daran interessiert, dass Kirchengemeinden charismatische Erfahrungen sein lassen und zu Reformierten werden?
Das ist eine sehr frivole und verantwortungslose Besorgnis.
Seit Jahrzehnten ist die Theologie der Integralen Mission – ganz zu schweigen von der Freimaurerei – ein wesentliches Problem unter den reformierten Kirchen, und Nicodemus’ Hauptsorge ist das Wachstum der pfingstlerischen, charismatischen und neopfingstlerischen Kirchen?
Vor kurzem wurde Nicodemus’ Cessationismus in meinem Blog blossgestellt, und einer seiner Fans kommentierte, dass wenn es den dem Cessationismus ablehnend gegenüberstehenden Christen um Heilung, Vision und Prophezeihung geht, sollten sie spiritistische Tempel besuchen, um das alles zu sehen. Die falsche Doktrin von Nicodemus und anderen reformierten Theologen hat also unvermeidlicherweise ihre Anhänger dazu verführt, nur “Spiritismus” in den pfingstlerischen, charismatischen und neopfingstlerischen Kirchen in Brasilien zu sehen.
Das ist eine grobe Fehldarstellung nicht nur von Gottes Macht, sondern auch seiner essentiellen Rolle im phänomenalen Wachstum der brasilianischen evangelikalen Kirche.
Würde es Sinn ergeben, wenn jemand in Frankreich wohnt und das wichtigste Problem dieses Landes in seiner Sprache sehen würde?
Warum würden Sie in Frankreich wohnen wollen, wenn Sie die Franzosen nicht mögen? Würden Sie versuchen, Frankophone zu portugiesischsprachigen Menschen zu machen? Brasilien ist nicht Frankreich, aber seine evangelikale Bevölkerung ist stark pfingstlerisch, und Nicodemus möchte sie zu Reformierten machen und – so hofft er – zu Cessationisten.
Die Aussicht, dass pfingstlerische Kirchen zu reformierten Kirchen werden könnten, bringt reformierte Tücken mit sich.
Ja, Kontakt zu Reformierten könnte den Pfingstlern in Brasilien helfen, aber zuerst müssen die Führer der reformierten Kirchen sich von der bei ihnen vorherrschenden Theologie der Integralen Mission lossagen, diese anprangern und bekämpfen. Ansonsten wird vermehrter Kontakt von Pfingstlern zu Reformierten lediglich mehr von derselben Krise und Verwirrung bringen, die die Pfingstler, Charismatischen und Neopfingstler in den späten 1990er Jahren mit der Literatur und den Konferenzen von Caio Fábio, Ariovaldo Ramos und anderen reformierten Führern der Linken, die das protestantische Gegenstück der Befreiungstheologie vertreten, befallen hat.
Unter den reformierten Kirchen (Presbyterianer, Calvinisten) begann die Schändung in den 1950ern! Es gibt eine liberale Krise, die die reformierten Kirchen in Brasilien plagt, aber Nicodemus und andere theologisch geschulte Führer weigern sich, sie direkt anzugehen. Brasilien ist eine Wiege der Befreiungstheologie. Dennoch hat sie Nicodemus in seinem Artikel, der darauf zugeschnitten war, lediglich die Krise der Pfingstbewegung hervorzuheben, nicht erwähnt.
In den 1990ern besuchte ich eine presbyterianische Kirche derselben Glaubensrichtung wie Nicodemus. Man war dort ausgesprochen besorgt wegen der Theologie des Wohlstands. Um sich zu schützen, ermutigten alle lokalen presbyterianischen Kirchen ihrer Mitglieder zu kollektiven Abonnements des Magazins “Ultimato” – der führenden brasilianischen presbyterianischen Stimme für die Theologie der Integralen Mission.
Seit Jahren prangere ich “Ultimato” an, die regelmäßig Konservative attackiert. Aber Nicodemus und seine cessationistischen Kameraden haben sie nie so angeprangert wie sie das mit Neopfingstlern tun.
Es gibt eine Krise der Reformierten in Europa und Amerika, wo die kirchlichen Hauptströmungen Homosexuelle zu Pfarrern weihen. Der Liberalismus hat hier weitestgehend widerstandslos Einzug gehalten, und das Resultat ist weit verbreiteter Abfall vom Glauben. Und in Brasilien hat die Bewegung der Theologie der Integralen Mission seit ihren Anfängen prominente reformierte Führer.
Wenn der Cessationismus eine Augenbinde ist, erklärt das, warum sogar so nonliberale reformierte Kirchenführer wie Nicodemus unfähig sind, den Kampf gegen die Theologie der Integralen Mission in dem Ausmaß aufzunehmen, wie sie die Theologie des Wohlstands und andere pfingstlerische Praktiken systematisch bekämpfen, einschließlich des Marsches für Jesus, der von Neo-Pfingstlern angeführt wird, die gegen Abtreibung und PLC 122 sind. Die Presbyterianische Kirche Brasiliens hat eine vergleichbare Veranstaltung namens “Presbyterianischer Marsch für die Bürgerschaft” (Caminhada Presbiteriana pela Cidadania). Das offizielle Ziel dieses Marsches ist es, die Wahrnehmbarkeit der Presbyterianischen Kirche Brasiliens und der Mackenzie Presbyterianischen Universität zu erhöhen, deren Kanzler Nicodemus bis vor Kurzem war.
“Caminhada Presbiteriana pela Cidadania” hat Spiritisten und Afro-brasilianische Religionen zu Partnern gemacht. Sein Anführer, Rev. Marcos Amaral hat öffentlich seinem Wunsch Ausdruck verliehen, dass Hugo Chaves lange leben und Marco Feliciano einen Schlaganfall erleiden solle, denn dieser Prediger der Pfingstler ist bei säkularen und protestantischen Linken wegen seiner konservativen Haltung zur Abtreibung und Homosexualität verhasst.
Rev. Amaral hat sich sogar prominenten säkularen linken Brasilianern angeschlossen, um gegen Feliciano zu protestieren. Nicodemus hat einen Artikel, der den Marsch für Jesus attackiert, aber keinen Artikel gegen den von Rev. Amaral angeführten presbyterianischen Marsch.
Die Pfingstler brauchen tatsächlich Hilfe, insbesondere deshalb, weil sie von linken Säkularen und Calvinisten schwer unter Beschuss genommen werden. Aber sind die Kirchenführer der Reformierten wirklich die richtige und vollständige Antwort?
Was ist mit der cessationistischen Blindheit und der Theologie der Integralen Mission?
Gibt es Erlösung von diesen Fallstricken der Reformierten in Brasilien? Ja – erfüllt zu sein mit der Kraft und dem Wissen des Heiligen Geistes.
Übersetzt durch: Yair

Tuesday, November 5, 2013

Länder deklarieren: Abtreibung und Homosexualität sind keine Menschenrechte


Länder deklarieren: Abtreibung und Homosexualität sind keine Menschenrechte

Von Wendy Wright
Russland, Äthiopien, Polen und andere griffen bei einer live aus dem UN-Hauptquartier über das Internet übertragenen Zusammenkunft zu den Mikrofonen – um klarzustellen, dass Abtreibung und Homosexualität keine internationalen Menschenrechte sind.
Die Diplomaten scholten besonders das UN-Menschenrechtsbüro für seine Besessenheit mit Rechten für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgenderpersonen (LGBT).
Russland nahm eine Broschüre ins Visier, die vom Büro des UN-Hochkommissars für Menschenrechte, dem Epizentrum des LGBT-Aktivismus bei den Vereinten Nationen, produziert worden war. Das 60-seitige Heft „Frei und gleich geboren“ schreibt „zentrale Rechtspflichten“ betreffend Homosexualität vor, wie z.B. die Schaffung von Asylkategorien für LGBT-Personen und die Ausdehnung der Ehe auf gleichgeschlechtliche Paare.
Die Umsetzung der Empfehlungen “würde unvermeidlicherweise zu einer Verletzung der Rechte des Kindes” führen, sagte Russland.
Navi Pillay schlug besondere Ablehnung entgegen. Das Ausmaß der Aufmerksamkeit, mit dem die Chefin des UN-Menschenrechtsbüros sich dem Thema der sexuellen Orientierung zuwendet, „ist überproportional hoch“, bemerkte Russland. „Es gibt in der Welt zeitgemäßere Themen, mit denen wir uns befassen müssen.“
Russlands Stellungnahme signalisierte, dass Kritik an seinem Gesetz, das Kinder vor homosexueller Propaganda schützt, seine Entschlossenheit nicht aufgeweicht hat. Manche LGBT-Aktivisten haben zum Boykott der kommenden olympischen Spiele in Sochi, Russland, aufgerufen.
Das Thema Homosexualität ist für einige noch immer delikat. Nigerias Vertreter bezog sich darauf als „das Thema der Rechte bestimmter Leute mit bestimmten Tendenzen, die abweichen“ von den Gesetzen, Traditionen, Religionen und Gebräuchen seines Landes.
Diese sind “Angelegenheiten der persönlichen Präferenz und des Lebensstils”, sagte er. Sie sollten im Diskurs der Vereinten Nationen betreffend den Schutz der Menschenrechte keinen Raum haben.“
Frau Pillay antwortete, dass die Universelle Erklärung der Menschenrechte und verschiedene Abkommen jeden schützen, nicht „jeden außer LGBT.“
Einige Diplomaten schienen das vorhergesehen zu haben. Im Namen der afrikanischen Staaten betonte Äthiopien sein Bekenntnis, die universell anerkannten Menschenrechte und Freiheiten für alle anzuerkennen.
Aber es gebe “Besorgnis über den zunehmenden Trend, neue Rechte, Konzepte Kategorien und Standards zu schaffen, die nicht“ in internationalen Abkommen oder von allen Ländern „anerkannt sind“.
Der höfliche Ton stand in krassem Gegensatz zu den schroffen Vorwürfen des “Hasses” gegen diejenigen, die nicht mit den LGBT-Vorkämpfern übereinstimmen. Die afrikanische Gruppe ersuchte höflich „um den vollen Respekt vor nationaler Souveränität und kulturellen Werten“ und „der Fähigkeit aller Staaten, auf demokratische Weise die Wahl zu treffen, was für sie akzeptabel ist.“
Andere Staaten traten dem Sprachgebrauch entgegen, der zur Verbreitung der Abtreibung verwendet wird. Polen stellte seine Initiativen zu Verbesserungen in den Bereichen der sexuellen und reproduktiven Gesundheit dar, eine Auffassung, die von seinem Gesetz für den Respekt des Rechts  vorgeburtlicher Babies auf Leben definiert wird. In subtiler Bezugnahme auf die plumpen Taktiken von Regierungen, die Abtreibung befürworten, sagte Polen, es versuche nicht, in diesem Bereich „Entscheidungen zu beeinflussen, die von anderen nationalen Regierungen getroffen würden“.
Verschiedene Länder betonten, dass ihre Positionen durchwegs, hinsichtlich sämtlicher Arbeit der Vereinten Nationen, gelten.
Polen hielt für dieses und alle künftigen Zusammenkünfte fest, dass es sich gegen jegliche Interpretation sexueller und reproduktiver Rechte oder Gesundheitsdienste ausspricht, die Abtreibung auf Verlangen beinhalte. Diese Begriffe seien in keinem internationalen Abkommen definiert, merkte der polnische Vertreter an.
Nichts in der übergeordneten Agenda der Vereinten Nationen “sollte auf welche Weise auch immer eine Verpflichtung jedweder Partei schaffen, Abtreibung als legitime Form von reproduktiver Gesundheit, reproduktiven Rechten oder Handelsgütern zu betrachten“, sagte Malta, ein Mitglied der Europäischen Union.
Während viele in den Vereinten Nationen das Hauptaugenmerk auf Rechte legen, erklärt der Heilige Stuhl oft das Warum. Abtreibung ist niemals sicher, nicht für das Baby und nicht für die Mutter, sagte Erzbischof Chullikatt.
“Ohne Leben werden alle anderen Rechte bedeutungslos.“
Übersetzt durch: Yair

Monday, November 4, 2013

‚Die unbequeme Wahrheit’ des Todes von Matthew Shepard


‚Die unbequeme Wahrheit’ des Todes von Matthew Shepard

Von Andrea Peyser
Stephen Jimenez hatte sich nicht vorgenommen, der gefährlichste Journalist der Welt zu werden.
Oder genauer gesagt, der gefährlichste schwule Journalist.
Aus Steinen gelegtes Kreuz unter dem Zaun in Laramie, Wyoming, wo Matthew Shepard mit einer Pistole geschlagen und dann in eine Stellung gehängt wurde, die einer Kreuzigung ähnelte.
Aber Jimenez hat eine Geschichte ausgegraben, die wenige Menschen hören wollten. Und diese Geschichte stellt alles in Frage, was Sie glauben, über das Leben und den Tod einer der führenden Ikonen unserer Zeit zu wissen.
Matthew Shepard, College-Student. Ermordet mit 21 Jahren, weil er schwul war.
Oder etwa doch nicht?
Jimenez’ Buch mit dem englischen Originaltitel “The Book of Matt: Hidden Truths About the Murder of Matthew Shepard,” („Das Buch Matt: Versteckte Wahrheiten über den Mord an Matthew Shepard”), das vor einem Monat erschien, stellt sämtliche kulturellen Mythen rund um Shepards kurzes Leben und seinen unsäglichen Tod in Frage.
Nach etwa 13 Jahren des Nachforschens einschließlich Interviews von über 100 Quellen, inklusive Shepards Mördern, stellt Jimenez eine ungeheuerliche Andeutung auf:
Der grausame Mord, der diesen Monat vor 15 Jahren geschah, war kein Hassverbrechen.
Der Antrieb für Shepards tragischen und vorzeitigen Tod könnte nicht seine sexuelle Orientierung, sondern Drogen gewesen sein. Denn Shepard hatte wahrscheinlich eingewilligt, Methamphetamine (Crystal Meth) gegen Sex zu tauschen. Und das brachte ihn um.
Häresie.
Warum das jetzt hervorkramen? Jimenez’ Antwort überraschte mich.
“Als schwuler Mann”, sagte er, “fühlte ich, dass es moralisch richtig war, es zu tun.“
Aaron McKinney und Russell Henderson, jetzt lebenslang wegen Mordes in Haft, waren keine Homophoben, schreibt Jimenez. Shepard wurde aus einer Bar gelockt, dann in die Außenbezirke von Laramie, Wyoming, gefahren, wo er ausgeraubt wurde. McKinney schlug ihn wild mit dem Lauf einer .357er Magnum. Die Männer hängten ihn dann barfuß, frierend und kaum noch am Leben, auf einen Zaun, in einer an eine Kreuzigung erinnernden Pose. Er starb sechs Tage später.
Stephen Jimenez, Autor von „The Book of MATT“
Aber McKinney war kein Fremder. Seit einer Woche vor dem Mord mit Meth zugedröhnt, schreibt Jimenez, war McKinney wahrscheinlich Shepard’s schwuler oder bisexueller Liebhaber.
„Zu verstehen, wer Matthew wirklich war”, sagt Jimenez, „die Auffassung von ihm als einem Märtyrer und einer Ikone zu ändern, wird für Schwulenrechte nicht schädlich sein.“
“Das glaube ich einfach nicht. Ich denke nicht, dass wir irgendetwas dabei zu verlieren haben, wenn wir die Wahrheit sagen.“
US-Präsident Obama mit Matthew Shepards Mutter Judy Shepard
Aktivisten, Journalisten, Politiker und Filmemacher, die, mit den besten Absichten, Karrieren auf Shepards Mord aufgebaut haben, sind in Rage. Aber Jimenez beharrt darauf, dass er Shepards untadeliges Image gegen eine ernsthafte Debatte über Drogen eintauschen möchte. Meth, sagt er, plagt die Schwulenszene und bringt eine Pest an äußerster Gewalt und neuen HIV-Infektionen mit sich – und Schwulenhass.
Wenn sein Buch auch nur ein Leben rettet, dann ist es das wert.
Der 60-jährige, in Brooklyn, New York geborene Jimenez, der zwischen New York und Santa Fe, New Mexico, hin- und herpendelt, sieht seine Arbeit den Attacken von Organisationen von der “Gay and Lesbian Alliance Against Defamation” (Schwule und lesbische Allianz gegen Verleumdung) bis zur Matthew Shepard Stiftung ausgesetzt, die dabei halfen, 2009 im Namen von Shepard und James Byrd Jr., dem Schwarzen, der 1998 in Texas mit einem Pickup zu Tode geschliffen wurde, ein Bundesgesetz gegen „Hass-Verbrechen“ durchzusetzen.
Im Jahr 2004 beauftragte das New York Times Magazin zunächst eine Arbeit von Jimenez und stornierte dies dann (Der Herausgeber sagte, sie sei nicht brauchbar gewesen). Aber die Sendung für investigativen Journalismus des US-Fernsehsenders ABC namens „20/20“ sendete einen Beitrag, den Jimenez produziert hatte, und dieser gewann zwei bedeutende TV-Preise. Dennoch beschuldigte der „Hatewatch“-Blog des Southern Poverty Law Center [eine einflussreiche antikonservative amerikanische Organisation; Anm.] Jimenez kürzlich, als Schoßhund „rechtsgerichteter Experten, Radiomoderatoren und Blogger“ zu fungieren.
In der US-Hauptstadt Washington DC bedrängten schwule Aktivisten Buchgeschäfte, die Auftritte von Jimenez abzusagen. Soviel zur freien Meinungsäußerung.
“Es ist beleidigend”, sagt Jimenez.
Ich finde es beleidigend, dass ein schwuler Journalist nach anderen Maßstäben gemessen werden soll als ein heterosexueller. Aber bei Jimenez wurde von der Matthew-Shepard-Industrie jedes Wort durchleuchtet, um seine Intentionen zu ermitteln. Ist er ein Verräter der schwulen Sache?
Jimenez ist nicht der Feind. Er ist einfach nur ein Mensch, der eine unbequeme Wahrheit erzählt, so wie er sie gesehen hat.
Er sollte stolz sein.
Übersetzt durch: Yair
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